Welche Auswirkungen hat die Herabstufung Japans durch die Ratingagentur?

Japan hat schon seit Jahren eine hohe Staatsverschuldung. Diese rückt jedoch immer mehr in den Vordergrund, sodass die Ratingagentur Standard & Poor`s nun die Bonitätsstufe des asiatischen Landes um eine Stufe senkte.

Es kann schon fast als Warnschuss bezeichnet werden, dass ausgerechnet jetzt die Ratingagentur Standard & Poor´s sich veranlasst fühlte, die Kreditwürdigkeit Japans aufgrund ihrer hohen Staatsverschuldung eine Stufe zu senken. Erste Konsequenzen sind bereits jetzt auf den asiatischen Aktienmärkten zu spüren. Zahlreiche Investoren haben sich schon aus dem Tokioter Markt zurückgezogen. Vor allem ausländische Anleger holten ihre Einlagen zurück und trafen so das Land, das schon seit mehreren Jahrzehnten seine Schulden absolut nicht im Griff hat. Erste Reaktionen zeigte auch die japanische Regierung, indem Ministerpräsident ankündigte, den Staatshaushalt sanieren zu wollen.

Neben der Herabstufung durch die renommierte Ratingagentur forderte nun auch der Internationale Währungsfonds (IWF) Japan auf, schnell Pläne zu einer ansprechenden Sanierung des Staatshaushaltes vorzulegen. Dies gilt allerdings nicht nur für das asiatische Land. Die Forderung des IWF richtet sich auch an die USA, deren Haushalt ebenfalls sanierungsbedürftig ist. Seien hier in naher Zukunft keine Änderungen zu spüren, könnte es passieren, dass die Finanzmärkte exakt diese beiden Länder ins “Visier” nehmen würden. Auch Kan betonte, dass es wichtig sei, die Haushaltsdisziplin beizubehalten und vor allem das Marktvertrauen in die öffentlichen Finanzen Japans sicherzustellen.

Unter der Herabstufung der Ratingagentur leiden vor allem die Banken. So verloren etwa die Aktien von Mitsubishi UFJ Financial Group rund 2,7 %. Die Papiere der Mitzuho Financial Group fielen um 1,2 %. Gleichzeitig ließe die Entscheidung über die Bonität Japans durch Standard & Poor´s Befürchtungen aufkommen, dass die Refinanzierungskosten, die auf die Finanzinstitute in Zukunft zukommen werden, weitaus höher ausfallen als bislang angenommen. Dieser Ansicht ist zumindest Masahiko Sato von Nomura Securities. Ein Positives hätte die Herabstufung allerdings schon: Dadurch würde gleichzeitig der Yen gedrückt, was wiederum in erster Linie dem Export zugutekomme.

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