Stellenabbau bei HSBC und anderen Banken. Und das, obwohl die Gewinne sprudeln!

Auch in Deutschland gab es schon eine ganz ähnliche Situation wie jetzt bei der englischen HSBC Bank. 2005 vermeldete der Deutsche Bank Chef Josef Ackermann ebenfalls riesige Gewinnzuwächse des Unternehmens bei gleichzeitigem Stellenabbau.

Rund 25.000 Stellen will die englische HSBC Bank in der nächsten Zeit weltweit abbauen. Diese Nachricht allein klingt für viele Banker schon alarmierend; vor allem auch deshalb, weil das Geldhaus bereits in Latein- und Zentralamerika sowie Osteuropa 5000 Arbeitsplätze abgebaut hat. Doch schon fast skurril wird die Geschichte, wenn man gleichzeitig hört, dass das Unternehmen seine Gewinne allein im ersten Quartal auf 11,5 Milliarden US-Dollar steigern konnte. Das ist ein Zuwachs von rund 400 Millionen, der von keinem Analysten der Finanzmärkte erwartet worden war. Ein Schwerpunkt beim Abbau soll Nordamerika sein.

Während in den USA und im restlichen Nordamerika sich zahlreiche Banker Gedanken um die Zukunft ihres Arbeitsplatzes machen müssen, können die deutschen Angestellten der HSBC aufatmen. Allein in den USA ist der Verkauf von 200 Filialen der englischen Großbank im Gespräch. Diese Maßnahme soll eine zusätzliche Einnahme von einer Milliarde Dollar einbringen. In Deutschland dagegen, wo das Geldhaus mit der in Düsseldorf ansässigen Tochter Trinkaus vertreten ist, soll das florierende Geschäft mit vermögenden Privatkunden dagegen noch ausgebaut werden. Auch der asiatische Markt ist nicht von dem massiven Stellenabbau bedroht, genauso wenig wie Mexiko oder Brasilien.

Die Frage ist allerdings, warum bauen Banken wie die HSBC – und auch die Schweizer Großbanken haben Streichungen angekündigt – Stellen ab, obwohl die Gewinne steigen? Dies hat unter anderem zwei Gründe: Der eine ist der, dass mit dem Handel von Staatsschulden-Titeln kein Geld mehr zu verdienen ist. Der andere heißt Basel III. Als Folge der globalen Finanzkrise wurde dieses Regelwerk eingeführt, das die Banken dazu zwingt, ihre Kernkapitalquote zu erhöhen. Besonders global vernetzte Banken wie die HBSC unterliegen da hohen Anforderungen. Wenn aber Eigenkapital gebunden ist, wird es schwieriger, Renditen von gewohnten 20 Prozent zu erwirtschaften.

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