Konjunktur lässt Vermögen der Deutschen auf höchsten Stand anwachsen
Die Folgen der globalen Finanzkrise in 2009 scheinen zumindest in Deutschland aufgrund der anhaltend guten Konjunktur ausgestanden zu sein. Dies zeigt unter anderem das Anwachsen des Pro-Kopf-Vermögens in der Bundesrepublik.
Während Deutschland die Folgen der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2009 anscheinend gut verkraftet hat, hinken die Amerikaner noch immer hinterher. Das gilt jedoch nur, wenn man den Erfolg an der Zunahme des Pro-Kopf-Vermögens in der Bundesrepublik festmacht, das Experten auf die gute Konjunktur im Lande zurückführen. Aktuell fällt auf jeden Deutschen statistisch ein Bruttovermögen von 60.000 Euro. Das entspricht einer Zunahme von sechs Prozent im Vergleich zum Jahr 2007. Die USA hingegen verloren in diesem Zeitraum rund 8,4 Prozent, befinden sich aber in der Liste nach der Schweiz noch immer auf Platz zwei.
Als Spitzenreiter weisen die Eidgenossen ein Vermögen von durchschnittlich 207.000 Euro auf. Zu diesen Werten, die von der Allianz-Gruppe im Global Wealth Report aufgelistet wurden, zählt jedoch nicht der Besitz von Immobilien oder der Erwerb von Rentenansprüchen, der in Deutschland auch wegen der anhaltenden Konjunktur als überdurchschnittlich bezeichnet werden muss. Innerhalb der Europäischen Union sind es die Dänen, die mit einem Vermögen von 105.000 Euro den Spitzenreiterplatz belegen. Interessant ist dabei, dass selbst in Ländern, die aufgrund der Schuldenkrise Hilfen aus dem Europäischen Rettungsfonds annehmen mussten, der private Geldbesitz außerordentlich hoch ist.
Obwohl in Irland und Italien wegen der schwächelnden Konjunktur die Notbremse gezogen werden musste, befinden diese Länder sich in der Liste des Reports noch vor den Deutschen. Fachleute sehen in diesen beträchtlichen Privatvermögen allerdings auch die Chance, dass die jeweiligen Regierungen die Bewältigung ihrer vorhandene Schuldenproblematik aus eigener Kraft vorantreiben könnten. So sei etwa eine befristete Vermögensabgabe durchaus vorstellbar, erklärte Michael Heise, Chef-Volkswirt der Allianzgruppe. Auffällig ist aber auch, dass es ein klares Wohlstandsgefälle zwischen den westlichen Industrieländern und den Schwellenländern gibt, wobei inzwischen Letztere langsam aber sicher aufzuholen beginnen.