Trotz möglicher Signale befürchten Privatbanken keine Rezession

Rezession

Eine Rezession droht Deutschland nicht, vorausgesetzt die Euro-Schuldenkrise läuft nicht aus dem Ruder.

Obwohl es viele Anzeichen gibt, dass Deutschland eine mögliche Rezession droht, gehen die Privatbanken davon aus, dass eine solche abgewendet wird. Und das, obwohl sie ihre Konjunkturprognosen von 2,3 auf 1,1 Prozent korrigieren mussten.

Unlängst hatten die Konjunkturforscher des Instituts für Wirtschaftsforschung (IfW) in Kiel und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD (englisch: Organisation for Economic Cooperation and Development) vor einer möglichen Rezession in Deutschland gewarnt. Dem setzte nun der Verband der Privatbanken (BdB) eine erhebliche Portion Optimismus entgegen. Nach Ansicht von Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer bestehe dafür überhaupt kein Grund, wenn eine Eskalation der Schuldenkrise im europäischen Raum verhindert werden könne. Zwar müssten die Konjunkturprognosen für 2012 berichtigt werden, für “überzogenen Pessimismus” gebe es dennoch keinen Anlass, da die Unternehmen immerhin “gut aufgestellt” seien.

Doch so gut, wie der Aufschwung noch vor einiger Zeit angekündigt war, erwarten ihn nun auch die Privatbanker nicht mehr. Sie senkten daher die Prognose für 2012 von 2,3 auf 1,1 Prozent. Für das laufende Jahr glauben sie statt Rezession noch immer an ein Wachstum von 2,8 Prozent, wobei bislang aber drei Prozent angenommen wurden. Allerdings beziehen sich die gemachten Wirtschaftserwartungen nur auf die Bundesrepublik. Im Staatenbund der 17 Länder der Europäischen Gemeinschaft sehen die Banker die Perspektiven jedoch nicht so rosig. Hier geht man davon aus, dass die “unvermeidliche Konsolidierung” der angeschlagenen öffentlichen Haushalte Folgen zeigen werden.

Obwohl die Privatbanken auch für die anderen Staaten der EU nicht unbedingt eine kommende Rezession sehen, glauben sie dennoch an eine Wachstumsschwäche in diesem Raum. Daraus könnte eine angespannte Arbeitsmarktlage resultieren, die zusätzliche Inflationsrisiken mit sich bringt. Um hier möglichst früh entgegenzuwirken, empfiehlt Kemmer eine “möglichst zügige” Umsetzung der Reformen, die nach dem Euro-Rettungsschirm ESFS geplant sind. Ohne diese sieht der Banker die Währungsunion langfristig als gefährdet an. Er wies in diesem Zusammenhang allerdings auch darauf hin, dass die Realisierung der Reformen nicht ohne einen “gewissen Verzicht an staatlicher Souveränität” machbar sei.

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