Wieder eine europäische Großbank von Insolvenz betroffen
Wieder fordert die Eurokrise neue Opfer. Diesmal ist es die belgisch-französische Großbank Deixa. Insgesamt werden rund 90 Milliarden Euro an eine sogenannte Bad-Bank ausgelagert. Vor allem die Verluste in Griechenland konnte man nicht auffangen.Während in Griechenland die Menschen wegen der Sparpolitik in Athen auf die Straße gehen, muss auch an anderer Stelle die Zeche für den jahrelangen Schlendrian des Mittelmeerstaates gezahlt werden. Aktuell ist die belgisch-französische Großbank DEIXA betroffen. Rund 90 Milliarden Euro müssen hier an eine sogenannte Bad-Bank ausgelagert werden, für die Belgien, Frankreich und auch Luxemburg Garantien übernehmen müssen. Eng war es für das Finanzinstitut geworden, weil es sich mit Investitionen in Griechenland übernommen hatte. Gleichzeitig haben jedoch auch zahlreiche Sparer ihre Einlagen bei der Bank in den letzten Tagen abgehoben.
Sowohl in Regierungskreisen als auch bei der Großbank selbst ist man erleichtert, dass das Geldhaus erhalten werden kann. Vor allem, weil dadurch die Arbeitsplätze der rund 35.200 Beschäftigten weiterhin gesichert sind. Mit der staatlichen Übernahme der DEIXA ist dies der erste Akt dieser Art seit der Finanzkrise in 2008/2009. Fachleute sehen darin auch einen Testfall, ob die Staatengemeinschaft tatsächlich weitere Zusammenbrüche von Banken, die möglicherweise in den Sog der drohenden Staatspleite Griechenlands geraten, verhindern können. Aktuell diskutieren die Finanzminister der Union über weitere Milliardenhilfen für die angeschlagenen Banken in Europa.
Die Aussichten der deutschen Tochter der Großbank DEIXA sehen Experten der Finanzwelt eher positiv. Hier geht man davon aus, dass sie die Krise überstehen wird. Brisant ist dabei nur, dass sie neben Italien, Belgien und Spanien auch hierzulande über 1000 kommunale Kunden besitzt. Für den luxemburgischen Zweig des Konzerns werden allerdings noch Käufer gesucht, wobei es aus Finanzkreisen heißt, dass bereits exklusive Verhandlungen geführt werden. In diesem Zusammenhang tauchte Katar als möglicher Käufer auf. Auch der türkische Arm des Geldhauses, die DenizBank, steht zum Verkauf. Hier gilt als potenzieller Kandidat eine russische Bank mit Sitz in Moskau.
