Schuldenkrise kann Kauflaune nicht dämpfen

Statt in unsichere Finanzprodukte zu investieren, geben die Deutschen ihr Geld momentan lieber sofort aus.
Trotz unsicherer Zeiten auf den internationalen Finanzmärkten und andauernder Schuldenkrise in Europa ist die Kauflaune der Deutschen ungehemmt. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) stieg der Konsumklimaindex um 0,1 Punkte.
Die Konsumlaune der Deutschen steigt weiter. So jedenfalls lauten die Angaben der Deutschen Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Demnach stieg der Konsumklimaindex um 0,1 Punkte auf einen aktuellen Wert von 5,3. Nach Aussagen der GfK werde damit eine maßgebliche Säule der Binnenkonjunktur erheblich gestärkt, zumal man in den nächsten Monaten mit einem Einbruch auf dem Exportmarkt rechnen müsse. Mit diesem Verhalten zeige die Bevölkerung aber auch, dass das Vertrauen in den nationalen Arbeitsmarkt größer sei als das Misstrauen in die internationalen Finanzmärkte. Auch die andauernde Schuldenkrise in Europa konnte die Kauflaune nicht beeinträchtigen.
Vor allem die Bereitschaft größere Anschaffungen zu tätigen, sei im letzten Jahr erheblich gestiegen, so die GfK. Ein Grund trotz ungeklärter Schuldenkrise sind die Ankündigungen von Lohnerhöhungen. Neben der verbesserten Einkommensstruktur, die von den meisten Befragten erwartet wird, haben aber auch zunehmend weniger Menschen Angst ihren Job zu verlieren. Gleichzeitig glaubt man außerdem, dass sich die Inflation in der nächsten Zeit eher abschwächen wird, was ebenfalls die Kaufkraft zu beflügeln scheint. Doch, was auf der einen Seite ausgegeben wird, kann auf der anderen nicht gespart werden.
Interessanterweise hängen die Schuldenkrise und das Konsumverhalten der Deutschen eng zusammen. Denn durch die Krise ist das Vertrauen in vorhandene Finanzprodukte wie Aktien oder Staatsanleihen gesunken. Wer nicht gerade sein Kapital auf einem Festgeld- oder Tagesgeldkonto angelegt hat, gibt es also lieber aus und kurbelt so die heimische Wirtschaft an. Experten bezeichnen das angesichts der stabilen Situation auf dem deutschen Binnenarbeitsmarkt als „zulässiges Szenario“, das sich durchaus positiv darstellt, auch wenn eher ein Rückgang der Konjunkturerwartungen zu verzeichnen ist. Voraussetzung sei allerdings, so die GfK, dass es in der Bevölkerung wieder mehr Vertrauen in politische Entscheidungen gebe.